Meilenstein 4

Resilienzmaßnahmen & Resilienzplan

Innerhalb von zehn Monaten nach Registrierung müssen geeignete technische und organisatorische Maßnahmen umgesetzt seinDiese sind in einem Resilienzplan zu dokumentieren, der als zentrales Prüfungsdokument dient.

Meilenstein 4 - Resilienzmaßnahmen & Resilienzplan

In dieser Phase müssen die Erkenntnisse aus der Risikoanalyse in messbare Sicherheit übersetzt werden. Es geht nicht mehr nur um Planung, sondern um die prüfbare Härtung deiner Infrastruktur.

Themenbereich Inhalte & Anforderungen User Story & Kriterium
Frist &
Maßstab
  • Umsetzungsfrist: Vollständige Implementierung erstmals 10 Monate nach Registrierung der Anlage.
  • Qualität & Verhältnismäßigkeit: Maßnahmen müssen dem aktuellen Stand der Technik entsprechen. Eine Zweck-Mittel-Abwägung (Aufwand vs. Risiko) ist zulässig.
User Story: Als Betreiber möchte ich die Umsetzungsfristen exakt einhalten und dabei sicherstellen, dass die gewählten Maßnahmen wirtschaftlich verhältnismäßig sind.

Kriterium: Alle Maßnahmen sind 10 Monate nach Registrierung aktiv; eine Dokumentation zur Verhältnismäßigkeit liegt vor.
Art der
Maßnahmen

Kombination aus technischen, sicherheitsbezogenen und organisatorischen Maßnahmen:

  • Bauliche Sicherungen (z. B. Perimeterschutz).
  • Technische Systeme (z. B. Detektion).
  • Organisatorische Prozesse.
  • Personelle Schulungen.
User Story: Als Sicherheitsleiter möchte ich einen Mix aus baulichen und organisatorischen Schutzvorkehrungen treffen, um die Anlage ganzheitlich abzusichern.

Kriterium: Ein integriertes Sicherheitskonzept (baulich, technisch, personell) ist erstellt und wird operativ gelebt.
Die vier
Zielbereiche
  1. Prävention: Vorfälle aktiv verhindern.
  2. Schutz: Physischer Schutz der Liegenschaften.
  3. Reaktion & Abwehr: Schadensbegrenzung im Ernstfall.
  4. Wiederherstellung: Schnelle Wiederaufnahme der Dienstleistung.
User Story: Als Krisenmanager möchte ich sicherstellen, dass wir nicht nur schützen, sondern im Ernstfall auch die Wiederherstellung der Dienste garantieren können.

Kriterium: Für alle vier Zielbereiche (Prävention bis Recovery) sind spezifische, wirksame Maßnahmen im Resilienzplan definiert.
Resilienzplan &
Praxis-Hilfe
  • Dokumentationspflicht: Der Resilienzplan muss alle Maßnahmen und Erwägungen enthalten sowie direkten Bezug zur Risikoanalyse nehmen.
  • Zentrale Funktion: Er dient als Hauptprüfungsdokument gegenüber dem BBK.
  • Hilfsmittel: Nutzung des Planungshandbuchs „Physische Sicherheit“ (VfS) oder der BBK-Musterpläne.
User Story: Als Compliance-Verantwortlicher möchte ich den Resilienzplan als „Single Source of Truth“ nutzen, um gegenüber dem BBK jederzeit prüffähig zu sein.

Kriterium: Der Resilienzplan ist dokumentiert, referenziert die Risikoanalyse und nutzt anerkannte Planungshilfen (z.B. VfS-Handbuch).

Fristen & Meilensteine im Überblick

Meilenstein Frist / Datumsgrenze User Story & Kriterium
Registrierungsstart Frühestens ab dem 17.07.2026
(§ 8 KRITIS-DachG)
User Story: Als Betreiber möchte ich den frühestmöglichen Registrierungsstart nutzen, um den Zugang zum behördlichen Portal rechtzeitig einzurichten.
Kriterium: Portalzugang ist erfolgreich angelegt und verifiziert.
Registrierungsfrist
(Bestand)
Endet am 17.10.2026 User Story: Als Bestandseinrichtung muss ich die harte Meldefrist wahren, um gesetzliche Sanktionen zu vermeiden.
Kriterium: Vollständige Registrierung der Einrichtung ist vor Stichtag abgeschlossen.
Registrierung
(Neuanlagen)
Binnen 3 Monaten nach Feststellung der Betroffenheit User Story: Als neuer Betreiber möchte ich einen klaren Prozess haben, um nach Feststellung der KRITIS-Relevanz fristgerecht zu handeln.
Kriterium: Registrierung ist als fester Schritt im Inbetriebnahme-Prozess verankert.
Erste Risikoanalyse Spätestens 9 Monate nach der Registrierung User Story: Als Risikomanager muss ich die initiale Analyse fristgerecht beenden, um die fundierte Basis für alle weiteren Resilienzmaßnahmen zu legen.
Kriterium: Gefährdungsanalyse ist vollständig dokumentiert und vom Management abgenommen.
Umsetzung
Resilienzmaßnahmen
Erstmals 10 Monate nach der Registrierung User Story: Als technischer Leiter muss ich die Umsetzung der definierten Maßnahmen steuern, um die physische Härtung der Anlage nachzuweisen.
Kriterium: Resilienzplan ist implementiert und die Maßnahmen sind operativ wirksam.
Inzidenz-Meldung Erstmeldung spätestens 24 Stunden nach Kenntnisnahme User Story: Als Mitglied des Krisenteams muss ich bei Vorfällen sofort handlungsfähig sein, um die 24-Stunden-Frist für das initiale Lagebild zu erfüllen.
Kriterium: Initiale Vorfallmeldung ist erfolgreich an das BSI/BBK abgesetzt.
Ausführlicher
Vorfallbericht
Spätestens 1 Monat nach der Kenntnisnahme des Vorfalls User Story: Als Incident Manager benötige ich Zeit für eine Ursachenanalyse, muss aber den gesetzlichen Monatsbericht pünktlich einreichen.
Kriterium: Detaillierter Post-Mortem-Bericht inklusive Abstellmaßnahmen liegt der Behörde vor.
Regelmäßiger
Review-Zyklus
Mindestens alle 4 Jahre
(Risikoanalyse & Resilienzplan)
User Story: Als Geschäftsführung möchte ich einen festen Audit-Zyklus etablieren, um sicherzustellen, dass unsere Resilienz dauerhaft dem Stand der Technik entspricht.
Kriterium: Re-Zertifizierung und Prüfung des Plans sind als wiederkehrende Aufgabe im ISMS terminiert.

Hilfreiche Ressourcen und Verlinkungen

1. Normen & Standards

▶ DIN SPEC 14027
Beschreibung: Bietet Anforderungen zur Stärkung der physischen Resilienz von Organisationen und dient als fachliche Orientierung.

🔗 Link: Zu DIN Media (DIN SPEC 14027)

User Story: Als Sicherheitsverantwortlicher möchte ich die aktuellen Anforderungen kennen, um meine Organisation gezielt nach fachlichen Orientierungen auszurichten.

  • Kriterium: Das Dokument ist beschafft und den zuständigen Planern zugänglich.
  • Kriterium: Eine initiale Gap-Analyse (Soll/Ist-Abgleich) der Prozesse wurde durchgeführt.
▶ Nationale Wirtschaftsschutzstrategie
Beschreibung: Das zentrale Strategiepapier des BMI zur Absicherung der deutschen Wirtschaft gegen Spionage, Sabotage und kriminelle Übergriffe.

🔗 Link: Zur Nationalen Wirtschaftsschutzstrategie (PDF)

User Story: Als Risikomanager möchte ich die nationale Strategie einbeziehen, um unser Bedrohungsmodell an die aktuelle staatliche Gefährdungslage anzupassen.

  • Kriterium: Die Strategie wurde analysiert und relevante Handlungsempfehlungen für das Unternehmen wurden identifiziert.
  • Kriterium: Interne Sicherheitskonzepte wurden mit den Zielen der Wirtschaftsschutzstrategie abgeglichen.
▶ VfS FAQ zum KRITIS-Dachgesetz
Beschreibung: Praxisnahe Fragen und Antworten rund um das KRITIS-Dachgesetz und die Anforderungen an Betreiber.

🔗 Link: Zu den VfS KRITIS-FAQ

User Story: Als Betreiber möchte ich Antworten auf gängige Praxisfragen erhalten, um Unklarheiten bei der Gesetzesauslegung effizient zu beseitigen.

  • Kriterium: Die FAQ werden regelmäßig zur Klärung interner Fragestellungen herangezogen.
  • Kriterium: Erkenntnisse aus den FAQ fließen direkt in die interne Maßnahmenplanung ein.
▶ Planungshandbuch „Physische Sicherheit“
Beschreibung: Speziell der Band „Perimetersicherung“ bietet konkrete Hilfe für die technische Umsetzung der Anforderungen.

🔗 Link: Zu den VfS-Publikationen & Handbüchern

User Story: Als technischer Planer möchte ich konkrete bauliche Vorgaben erhalten, um unsere Liegenschaften normgerecht abzusichern.

  • Kriterium: Der Band „Perimetersicherung“ liegt der technischen Planungsabteilung vor.
  • Kriterium: Aktuelle Schutzmaßnahmen am Perimeter wurden gegen die Empfehlungen des Handbuchs evaluiert.

2. Organisationen & Behörden

▶ BMI (Bundesministerium des Innern und für Heimat)
Beschreibung: Federführendes Ministerium für das KRITIS-Dachgesetz und zuständig für die strategische Ausrichtung der inneren Sicherheit.

🔗 Link: Zum BMI: Kritische Infrastrukturen

User Story: Als Compliance-Verantwortlicher möchte ich die strategischen Leitlinien des Ministeriums kennen, um die langfristige Konformität sicherzustellen.

  • Kriterium: Strategische Veröffentlichungen des BMI werden im Management-Review berücksichtigt.
  • Kriterium: Die gesetzlichen Rahmenbedingungen werden kontinuierlich auf Aktualisierungen durch das Ministerium überwacht.
▶ BBK (Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe)
Beschreibung: Die zuständige Behörde für die Koordination und Prüfung der Resilienzpläne.

🔗 Link: Zum BBK: Kritische Infrastrukturen

User Story: Als Betreiber möchte ich die behördlichen Anforderungen exakt kennen, um eine erfolgreiche Prüfung unserer Resilienzpläne sicherzustellen.

  • Kriterium: Die aktuellen Leitfäden des BBK zur Resilienzplanung wurden systematisch gesichtet.
  • Kriterium: Ein interner Resilienzplan ist erstellt und orientiert sich strikt an den BBK-Vorgaben.
▶ BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik)
Beschreibung: Betreiber des gemeinsamen Meldeportals für IT- und physische Vorfälle.

🔗 Link: Zum BSI: Kritische Infrastrukturen

User Story: Als Meldepflichtiger möchte ich das gemeinsame Meldeportal reibungslos bedienen können, damit bei Vorfällen keine wertvolle Zeit verloren geht.

  • Kriterium: Zugänge und Rollenberechtigungen für das Meldeportal sind unternehmensweit eingerichtet.
  • Kriterium: Die interne 24/7-Meldekette ist definiert und mindestens einmal erfolgreich getestet.
▶ VfS (Verband für Sicherheitstechnik e.V.)
Beschreibung: Bietet Unterstützung durch den Arbeitskreis KRITIS und stellt praxisnahes Orientierungswissen bereit.

🔗 Link: Zum VfS: Themenschwerpunkt KRITIS

User Story: Als Sicherheitsfachkraft möchte ich mich vernetzen, um von Best Practices des Arbeitskreises KRITIS zu profitieren.

  • Kriterium: Orientierungswissen und Publikationen des AK KRITIS werden als Maßstab genutzt.
  • Kriterium: Eine Mitgliedschaft oder Entsendung eines Mitarbeiters in den Verband wurde evaluiert.

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